Achtung Sprengarbeiten!

Achtung Sprengarbeiten! - die Ausstellung

mit David Baur / Markus Nießner (BNB-Ballistic), Marita Damkröger, Eiko Grimberg, Rudolf Herz / Ruth Toma, Shirin Homann-Saadat, Peter Kees, William Kentridge, Eberhard Klöppel, Friederike Klotz, Holger Lippmann / Alekos Hofstetter, Ulrike Mohr, Oliver Siebeck, Rosemarie Trockel, Mathilde ter Heijne, Aoife van Linden Tol, Annette Wehrmann, Hans HS Winkler

    Bericht über die Ausstellung bei art-in-tv.

Eröffnung: 19. Oktober, 19h

20. Oktober – 2. Dezember 2007, täglich 12 – 18.30 Uhr
Eröffnung: 19. Oktober, 19h

Eine Ausstellung in der NGBK über das Phänomen Sprengung und seine gesellschaftlichen Implikationen von Macht und Ohnmacht

Werkzeug oder Waffe, Freudenfeuer oder Mittel zur Gefahrenabwehr: Schon diese Stichworte lassen die Bandbreite der Verwendung moderner Explosivstoffe erahnen. Gegliedert in die vier Themenschwerpunkte Spektakel, Gefahrenzone, Intervention und Dekonstruktion präsentiert Achtung Sprengarbeiten! siebzehn Positionen zeitgenössischer Kunst, die diesem brisanten und vielschichtigen Phänomen nachspüren.

Spektakel
Gebäudesprengungen werden mittlerweile als Event vermarktet, in Film und Fernsehen sind Bilder von Explosionen allgegenwärtig. Die ausgewählten Arbeiten von Friederike Klotz, Rosemarie Trockel, Aoife Van Linden Tol, David Baur und Markus Nießner (BNB-Ballistic) kommentieren diesen Sachverhalt, indem sie das Pathos solcher Sprengevents unterlaufen oder zum Spektakel einen eigenen, spielerischen Zugang entwickeln.

Gefahrenzone
Mit der Entwicklung moderner Sprengstoffe wurde der Mensch in die Macht gesetzt, ungeahnte Katastrophen auszulösen. Nicht erst seit dem 11. September stehen Menschen und Dinge in Verdacht, sich in Bomben zu verwandeln, scheinen selbst periphere Randbereiche von Explosivstoffen durchsetzt. Die Arbeiten von Eiko Grimberg, Peter Kees, Shirin Homann-Saadat und Matilde ter Heijne reflektieren das: Wo beginnt unsere alltägliche Gefahrenzone? Am Gepäckschalter im Flughafen, in der Poststelle, in der Nähe geparkter Autos? Oder nicht doch eher beim Blindgänger aus dem Zweiten Weltkrieg und seiner Räumung?

Intervention
Sprengen als Alltagsintervention, Alltagsintervention als Sprengung. Kunst bietet die Möglichkeit vielfältigster Eingriffe. Indem die Arbeiten von William Kentrigde, Hans HS Winkler, Rudolf Herz/Ruth Toma, Ulrike Mohr und Annette Wehrmann zu Zeitproblematiken unmissverständlich Stellung beziehen, aber auch mit anarchischer Lust die Verhältnisse für einen Augenblick zum Tanzen bringen, werden gewohnte Abläufe gesprengt, Horizonte erweitert und neue Energien freigesetzt.

Dekonstruktion
Notwendiger Übergang und potenzierte Gegenwart, immergleiche Wiederholung der Zerstörung und unumkehrbare Fortentwicklung des Lebens: Sprengungen stellen Fragen an unsere Positionierung in der Zeit. Sei es als Langzeitreportage oder als Endlosschleife eines Augenblicks, als Zusammenrücken des Geschehens auf der Leinwand oder als verlangsamtes akustisches Gemälde: Die Werke von Eberhard Klöppel, Holger Lippmann/Alekos Hofstetter, Marita Damkröger und Oliver Siebeck begeben sich auf eine Reise in die paradoxe Welt der Sprengungen und unserer Erzählungen davon.

Zur Ausstellung erscheint ein Katalog. ISBN: 978-3-938515-10-5

KünstlerInnen David Baur / Markus Nießner (BNB-Ballistic); Marita Damkröger; Eiko Grimberg; Rudolf Herz / Ruth Toma; Shirin Homann-Saadat; Peter Kees; William Kentrigde; Eberhard Klöppel; Friederike Klotz; Holger Lippmann / Alekos Hofstetter; Ulrike Mohr; Oliver Siebeck; Rosemarie Trockel; Mathilde ter Heijne; Aoife Van Linden Tol; Annette Wehrmann; Hans HS Winkler

Arbeitsgruppe Achtung Sprengarbeiten!

Eckhard Gruber, Jg. 1963, lebt als freier Autor in Berlin, seit Beginn der 90er-Jahre zahlreiche Bücher und Artikel zu kulturhistorischen Themen.

Karl Heinz Jeron, Jg. 1962, Künstler, lebt in Berlin. Seine Arbeit beschäftigt sich mit den Ausprägungen der Informationsgesellschaft.

Matthias Reichelt, Jg. 1955, freier Journalist (u.a. für die junge Welt, die TAZ und das Kunstforum International), Lektor, Redakteur und Ausstellungsmacher, lebt in Berlin.

Petra Spielhagen, Jg. 1966, Künstlerin, lebt in Berlin.

Annette Taubert, Jg. 1960, Landschaftsplanerin und Germanistin, freie Journalistin, lebt in Berlin

Christoph Tempel, Jg. 1964, freier Architekturjournalist und Mitglied der Gruppe „Umzäunte Gemeinschaft“, lebt in Berlin.

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